Beim Brandschutz für historische Dachräume müssen Brände früh erkannt, Schutzbereiche klar getrennt und empfindliche Bestände zuverlässig gesichert werden.
Problem
Historische Dachräume gehören oft zu den Bereichen, in denen sich ein Entstehungsbrand lange unbemerkt entwickeln und dann sehr schnell ausbreiten kann. Brennbare Holzkonstruktionen, Kabeltrassen und verdeckte Hohlräume schaffen dafür ungünstige Voraussetzungen. Besonders kritisch wird der Brandfall, wenn Einsatzkräfte den Brandherd nur schwer erreichen, darunter schützenswerte Nutzungen liegen und zugleich wertvolles Kulturgut erhalten werden muss.
Herausforderung
Die besondere Herausforderung liegt in der Kombination aus geschlossenen, jedoch nicht ausreichend dichten Dachräumen, begrenzt zulässigem Wassereintrag und erschwerten Interventionsbedingungen. Damit ein Löschsystem in solchen Bereichen wirksam arbeitet, müssen die Schutzbereiche eindeutig voneinander getrennt sein. Gleichzeitig muss die Anlage Flutungen sicher beherrschen und eine Brandausbreitung in angrenzende Bereiche zuverlässig verhindern.
Konventionelle Löschverfahren
Als konventionelle Lösungen kommen hier vor allem Wassernebel- und Hybridlöschverfahren in Betracht. Wassernebel kühlt den Brandraum, bindet Rauch und begrenzt die Brandausbreitung, während der Wassereinsatz vergleichsweise gering bleibt. Hybridlöschverfahren aus Wasser und Stickstoff eignen sich insbesondere für brandlastbehaftete Räume, die sich technologisch nicht vollständig abdichten lassen. Sprinkler- und Sprühwasseranlagen sind dagegen nicht vorgesehen, weil sie zu viel Wasser in den Bestand eintragen würden.
Bevorzugtes Löschverfahren
Für diese Anwendung wird Heißschaum bevorzugt. Das Verfahren flutet den betroffenen Schutzbereich, bindet Rauch und führt dem Brandraum bei der Brandbekämpfung keinen zusätzlichen Sauerstoff zu. Gerade für historische Dachräume mit empfindlichem Bestand ist das ein schlüssiger Ansatz — vorausgesetzt, die Sektorierung funktioniert zuverlässig und die betroffenen Bereiche lassen sich innerhalb weniger Minuten sicher ausschäumen.
Praxisbeispiel
Am UNESCO-Welterbe Stiftsberg in Quedlinburg ist für die Dachräume der Schlossanlage und der Stiftskirche eine Heißschaum-Brandbekämpfungsanlage gebaut worden. Die Planung arbeitet mit 16 Schutzbereichen und insgesamt 65 Heißschaumgeneratoren. So zeigt das Projekt, wie Brandschutz für historische Dachräume auch unter anspruchsvollen Randbedingungen zuverlässig und sehr schadstoffarm umgesetzt werden konnte.
Ein MDR-Beitrag zeigt die Anlage vor Ort und gibt Einblicke in Einbau, Technik und räumliche Situation am Stiftsberg in Quedlinburg.
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