Problem
In Palettenlagern mit Kunststoffen, Verpackungen und gemischten Warengruppen entstehen im Brandfall schnell hohe Wärmefreisetzungsraten. Schmelzende und tropfende Kunststoffe beschleunigen die Brandausbreitung erheblich und machen eine wirksame Brandbekämpfung schwierig. Für Lagergut, Personen, Gebäude und Umwelt entsteht so innerhalb kurzer Zeit ein ernstes Schadenspotenzial. Besonders kritisch ist, dass kontaminiertes Löschwasser aufgefangen werden muss und Löschmittelrückstände das Schadenbild verschärfen können.
Herausforderung
Die Kombination aus hoher Brandlast, Personenpräsenz und begrenzter Löschwasserakzeptanz stellt hohe Anforderungen an das Löschkonzept. In Bestandsobjekten kommen bauliche Einschränkungen hinzu, die den Handlungsspielraum zusätzlich begrenzen und die Eignung vorhandener Infrastruktur sorgfältig berücksichtigen müssen.
Konventionelle Löschverfahren
Sprinkleranlagen sind in solchen Lagerbereichen ein etabliertes Verfahren, stoßen bei tropfenden Kunststoffbränden jedoch an Grenzen, weil sie die Brandausbreitung auf Bodenebene nur eingeschränkt kontrollieren. Sprühwasser scheidet wegen des hohen Löschwasserbedarfs und der Rückstandsproblematik aus. Heißschaum kommt grundsätzlich infrage, stellt aber erhöhte Anforderungen an Raumdichtheit und Nachrüstbarkeit.
Bevorzugtes Löschverfahren
Wassernebel eignet sich für den Brandschutz in Produktions- und Lagerräumen mit Kunststoffen und Mischlagern besonders gut. Das Verfahren kühlt effektiv, bremst die Brandausbreitung, reduziert den Löschwassereintrag gegenüber konventionellen Nassanlagen und begrenzt so auch die Menge kontaminierten Löschwassers. Vorhandene Löschwasserbehälter lassen sich dabei in das System einbinden.
Worauf wir zusätzlich achten
Die Auffangkapazität für kontaminiertes Löschwasser muss frühzeitig in der Planung geklärt werden. Bei Nachrüstungen in Bestandsobjekten ist außerdem die tatsächliche Raumdichtheit der betroffenen Hallenbereiche zu prüfen, bevor raumbezogene Verfahren festgelegt werden.
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