Problem
Beim Brandschutz für E-Bus-Ladeflächen treffen hohe Brandlasten, elektrische Ladeinfrastruktur und sehr geringe Fahrzeugabstände aufeinander. Entsteht während des Ladevorgangs oder infolge eines technischen Defekts ein Batterie- oder Fahrzeugbrand, kann sich das Ereignis in kurzer Zeit zum Vollbrand entwickeln. Bei seitlichen Abständen von rund 1 m ist ein Brandüberschlag auf benachbarte Busse möglich. Im Worst Case kann ein Bus bereits nach etwa 2 bis 3 Minuten im Vollbrand stehen. Dabei werden große Wärme- und Rauchmengen freigesetzt, Temperaturen von über 1.000 °C sind möglich. Gefährdet sind dann nicht nur Menschen, Fahrzeuge, Technik und der Betrieb, sondern auch die Umwelt durch kontaminiertes Löschwasser.
Herausforderung
Besonders anspruchsvoll ist die offene Abstell- und Ladefläche mit enger Aufstellung, zentraler Sachschutzwand, Kabelbrücken und massiven Stahlkonstruktionen. Diese Einbauten führen zu deutlichen Sprühbehinderungen und erschweren eine gleichmäßige Beaufschlagung des Brandbereichs. Gleichzeitig muss ein Entstehungsbrand sehr früh erkannt werden, weil zwischen Alarmierung und wirksamem Zugriff der Feuerwehr typischerweise 10 bis 15 Minuten liegen können. Hinzu kommt, dass die Karosseriestruktur der Busse einen direkten Löschangriff auf das brennende Fahrzeuginnere erheblich erschwert. Zusätzliche Überbauten oder technische Aufbauten dürfen die Wirksamkeit der Branderkennung und Brandbekämpfung deshalb nicht weiter einschränken.
Konventionelle Löschverfahren
Sprinkler-, Sprühwasser- und Schaumlöschanlagen bilden für diese Anwendung den naheliegenden Referenzrahmen, stehen jedoch nicht im Vordergrund. In dieser Konstellation liegt die Schutzaufgabe vor allem in der sehr frühen Brandbegrenzung, in der Kühlung gefährdeter Bereiche und in der Abschirmung benachbarter Busse sowie angrenzender Technik. Eine vollständige automatische Löschung von Fahrzeug- oder Batteriebränden ist für offene E-Bus-Ladeflächen mit enger Aufstellung derzeit nicht belastbar nachgewiesen. Entscheidend ist daher, eine unkontrollierte Brandausbreitung so weit wie möglich zu verhindern und das Schadensausmaß wirksam zu reduzieren.
Bevorzugtes Löschverfahren
Bevorzugt wird eine Wassernebel-Lösung mit sehr früher IR-gestützter Branderkennung und automatischer Ansteuerung des betroffenen Bereichs. In der vorgesehenen Ausführung wird der Brandherd frühzeitig erkannt, gezielt fokussiert und die betroffenen Ladegassen mit Wassernebel beaufschlagt. Dadurch lassen sich Rauch niederschlagen, Wärmeströme reduzieren und benachbarte Busse sowie angrenzende Technik wirksam kühlen. Im Vordergrund stehen nicht die vollständige automatische Löschung des Fahrzeugs, sondern die schnelle Brandbegrenzung, die Abschirmung gefährdeter Bereiche und ein entscheidender Zeitgewinn für die Feuerwehr. Vorteilhaft ist zudem, dass das System den Brandbereich gezielt adressieren und im Ereignisfall auch die Brandbekämpfung vor Ort unterstützen kann.
Worauf wir zusätzlich achten
Zusätzlich achten wir auf eine gesicherte Löschwasserreserve, eine verlässliche Energieversorgung der Anlagentechnik und das geordnete Ableiten sowie Auffangen kontaminierten Löschwassers. Gerade bei offenen E-Bus-Ladeflächen beeinflussen diese Punkte nicht nur die Auslegung des Systems, sondern auch Umwelt- und Betriebsrisiken im Ereignisfall. Je nach Objekt kann dafür neben der öffentlichen Löschwasserversorgung ein separates Löschwasserreservoir erforderlich werden. Ebenso wichtig ist, dass Prüf-, Test- und Bedienkonzepte von Anfang an mitgedacht werden, damit die Anlage im Ernstfall schnell, gezielt und zuverlässig wirkt.
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