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Ingenieurbüro für Sonderlöschanlagen und anlagentechnischen Brandschutz

Planung moderner Feuerlöschanlagen für Industrie, Sonderbauten und besondere Brandrisiken

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Konventionelle und innovative rückstandsfreie Löschanlagen

By guhi on Juli 31, 2015

 

 

 

Konventionelle und innovative rückstandsfreie Löschanlagen – Brandschutz News

Wenn man im Zusammenhang mit dem Brandschutz von Rein- bzw. Reinsträumen oder Rechnerräumen spricht, kommt sofort die Rede auf rückstandsfreie Gaslöschanlagen.

Der Markt bieten dafür zahlreiche Systeme; wie CO2-; Stickstoff-, Inertgas-(Inergen, Argon, Argonite). Diese bieten zwar alle die Rückstandsfreiheit, aber es müssen andere Nebeneffekten unbedingt berücksichtigt werden.

So besteht bei CO2-Gas durch seine 1 ½ fache Schwere gegenüber Luft die Gefahr für Personen des Erstickens im zu schützenden Raum und den darunter liegenden Räumen. Eine Vorwarnzeit von 30 Sekunden ist dringend erforderlich. CO2-, Stickstoff- und Inertgaslöschanlagen haben gemeinsam, dass sich bei Beflutung einer löschfähigen Konzentration im zu schützenden Raum der doppelte atmosphärische Druck (1kp/cm²) aufbaut. Dieser wird durch kostenintensive Druckentlastungsöffnungen kompensiert. Alle vorgenannten Systeme haben als Löscheffekt die Sauerstoffverdrängung von normal 21% unter 13% (Stickeffekt) gemeinsam. Außer CO2 – Niederdruckanlagen mit sehr geringem Platz, haben alle Arten von Hochdruckanlagen einen sehr großen Platzbedarf in separaten Räumlichkeiten.                                                                                                                                  

Als Nachfolgelöschverfahren des 1993 verbotenen Halon – Feuerlöschsystems (40 Jahre Abbaubarkeit in der Atmosphäre) wurde das Löschverfahren FM200 (Ende 1999) und jetzige Novec 1230 (5 Tage Abbaubarkeit in der Atmosphäre) weltweit eingesetzt.

Dieses Verfahren stammt aus der Raumfahrt. Bei einem Brand im Raumschiff muss in Anwesenheit der Kosmonauten der Brand gelöscht werden, ohne dass diese Personen gefährdet werden, keine Rückstände hinter lassen und sich kein wesendlicher Druck darin aufbaut. Novec 1230 wurde 2003 durch den VdS Deutschland getestet, und als geeignet befunden.

Im Gegensatz zu den vorgenannten Hochdrucklöschsystemen benötigt Novec 1230 eine geringe Flaschenanzahl und diese können sogar im zu schützenden Raum untergebracht werden.

Maßgebend ist aber die vergleichsweise schnelle Beherrschung und Löschung des Brandes, welches mögliche Folgeschäden auf ein Minimum reduziert. Nach Belüftung des Raumes und Brandstellenerneuerung kann der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Novec 1230 ermöglicht für weitere Anwendungen, wie Steuerschränke, Kabelkanäle, Kleinräume und Doppelböden eine Branderkennung und Brandlöschung ohne einer Brandmeldeanlage, einer Löschanlagensteuerung und Düsenrohrnetze. Lediglich ein unter Druck befindlicher Sprinklerschlauch, welcher permanent den Löschbehälter zuhält, platzt bei ca. 68°C am Brandherd, setzt das im Schlauch und Behälter befindliche Löschmittel frei und löscht großräumig vergasend den Brandherd.

Außer diesen den bisher genannten Löschanlagen haben sich in den letzten Jahren weitere neue wirksame Löschverfahren auf den Markt behauptet. Diese sind das Permanentinertisierungsverfahren und das Vakuum – Löschverfahren. Beim Permanent-inertisierungsverfahren wird bei einer kontrollierten dauerhaften Zuführen von Stickstoff ermöglich, eine dauerhafte Atmosphäre zu schaffen, in der es nicht erst brennt (< 13% Sauerstoffgehalt). Die Verwendung dieses Inertgases hat ganz entscheidende Vorteile. Stickstoff ist nicht toxisch und mit 78,09Vol.-% der Hauptbestandteil der normalen Umgebungsluft und bietet sich zur Sauerstoffreduktion an, da sich so ein atemfreundliches Gemisch bildet.

Auf diese Weise kann erreicht werden, dass Bereiche, in denen durch den Einsatz von Sauerstoffreduzierungsanlagen höchster, beziehungsweise vollständiger, Brandschutz besteht, und durchaus von Personen kurzzeitig begangen werden können.
Die Stoffeigenschaften von Stickstoff gewährleisten, dass sowohl dauerhaft, als auch bei wechselnder Sauerstoffkonzentration die erforderliche Verteilung und damit eine gleichmäßige Konzentration im zu schützenden Raum sichergestellt wird.

Der hohe Stickstoffanteil der Umgebungsluft bietet dafür die Grundlage, dass sich der Stickstoff für den Betrieb der Anlage mit einem Generator direkt vor Ort gewinnen lässt. Durch Schaffung von baulichen Maßnahmen zur Abdichtung der Raumhülle vor Gasschwund, kann im Serverraum der Sauerstoffgehalt von 21 % auf 17 % herab gesetzt werden (Forderung der Berufsgenossenschaft). Zur ständigen Aufrechterhaltung dieses Zustandes werden die Serverräume je über zwei redundante Konzentrationsmessgeräte (Ansaugsysteme) überwacht. Bei Anstieg des Sauerstoffgehaltes durch Wandundichtheit oder Begehung durch das Personal, erfolgt ein Nachspeisen durch eine Luftzerlegeanlage. Im Brandfall wird automatisch ca. 4% Stickstoff nachgeflutet, so dass eine Flamme nicht mehr lebensfähig ist. Dieses Verfahren entspricht dem Stand der Technik. Geplant und gebaut werden diese Sauerstoffreduzierungsanlagen nach der Richtlinie VdS 3527.

Während man in den vorgenannten Löschsystemen Löschmittel/gas in den Brandraum im Ereignisfall oder dauerhaft einbringt, entfernt das Vakuum – Löschverfahren die Brand fördernde Luft bis zu 50 % (Staubsaugerverhältnisse), so das eine löschfähige Sauerstoffkonzentration unter 13% entsteht. Dabei wird im Brandfall die Belüftung abgeschaltet, so dass die Entlüftung ein Großteil der Luft entfernt. Den Rest, bis 50 % senkt ein vorgeschalteter Vakuumkessel. Die Statik des zu schützenden Raumes ist selbstverständlich vor Realisierung zu berechnen. Hier ist unter Nutzung der vorhandenen Lüfter-Technik ein sehr sauberes Löschverfahren gegeben.


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